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Blumen sagen mehr als tausend Worte - und manchmal sprechen sie dann einfach weiter

Diese kurze Beobachtung soll einen kleinen Ausblick geben, auf eine schon etwas länger geplante Essay-Reihe über das studentische Leben mit seinen spezifischen Orten und Vorkommnissen. Hier befinden wir uns aber noch in den generellen Skurrilitäten des Lebens.

Wie so viele Beobachtungen der Menschheit findet auch diese sich im Mikrokosmos Bus. So viel wurde schon darüber geschrieben: Busse zeigen die Distanz der Menschen, Menschen stehen während überall noch Plätze frei sind, niemand redet, Ohrstöpsel beweisen, dass sie keineswegs dazu gemacht sind nur eine Person zu beschallen und Husten schürt Grippepanik (welcher Sorte auch immer). Manchmal müssen die Eingesperrten dann auch zum Experiment herhalten und werden von kühngelangweilten Studenten angesprochen, die Spass am Tabubruch haben (bei steigender Toleranz muss man schließlich zur Tat auffordern, um irgendwie -wir wollen doch so sehr!- anzuecken).

Im Bus ist es also kalt.

Doch was sich hier ereignet ist plump, ungelenk, schlicht. Fensterspiegelbildstarrend ist jeder beschäftigt, die Buswelt ist in Ordnung. Fahren, Halten, Zischen, Tapptapptapp, Zischen fahren und so weiter. Wieder TappTappTapp.Doch Halt. Dieses Tappen ist besonders, es gehört nämlich zu einer Frau die sich ausladend auf einen Platz zubewegt. In dem Zweier sitzt aber schon jemand. Unerhört?

Nein, sie kennen sich. Sogar gut. Die zum Zweier passende Bekanntschaft. Er: Überbiss, Überernährt, Übergelockt - Frisöre sind doch billig geworden, oder?-, Überalt. Zumindest für

Sie: Wie geschildert ausladend, rosigjung, deutsch?, ein lila Rockversuch -Kleidung ist doch auch billig?- bedeckt die Beine bis zu den Knien, natürlich nicht als letzte Instanz, eine schwarze Strupfhose schützt, denn es ist kalt und das Selbst ist klein.

Er legt seinen Arm um sie. Strahlt. Grinst. Sie wird rosiger im Gesicht -Zuneigung in der Öffentlichkeit- und sinkt ein wenig zusammen. Geredet wird nicht. Stimmungstief droht. Aber er hat einen Trumpf, langt deswegen in den Rucksack zu seinen Füßen, zieht eine Tüte heraus und heraus aus der Tüte kaum aufgegangene Rosen, Babyrosen?, umgeben von einem Plastikkegel. Folge: RosaRosaRosa.

Sie scheint sich wirklich zu freuen, so wie sich verbrannte Erde wohl über einen Tropfen Wasser freut. Denke ich. Auf ihr Gesicht setzt sich ein Grinsen und weicht nicht mehr.Die Vorhersage sagt trotzdem: Genießen sie es jetzt, es hält nicht lang!

Aber wohin jetzt mit dem kleinroten Symbol der Filmromantik? Vasen sind in Bussen selten und wenn vorhanden meistens schon besetzt. Wieder in den Rucksack? Würde bedeuten die Geste zurückzuspulen, sie nichtig zu machen. Zerstört die zarte Wirkung.

In die Handtasche? Den Kampf gegen Lippenstift, Handy, Krims und Krams, alles wirbelnd, gewinnt man nicht als Blume. Zerstört die zarte Substanz.

Also Handhalten statt Händchenhalten.

Zischen. TappTappTapp. Als letztes Bild ein Seufzer.

Ich steige aus, atme Makrokosmos und zerknirsche Schnee. Das ist einfacher. 

A.Henkies

2.2.10 00:59
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


rofl (2.2.10 21:58)
rofl die katz


Pfau ist schlau (3.2.10 16:52)
ja, ja das Leben ist eines der Schwersten!!
Lass uns weiter teilhaben an Deinen Widrigkeiten mit dem selben. Scheint spannend zu werden.
BTW: Ich bin erklärter Gegner des öffentlichen Mikrokosmos in Form von U-,S-Bahnen oder gar Bussen
etc


(5.2.10 20:09)
supi men brüderchen <3
lieblingsgeschichte


(5.2.10 20:13)
sehr beeindruckende geschichte!


Alicia (6.2.10 01:12)
Gefällt mir sehr.

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