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Die Geschichte der modernen Geschichte vom Glück

Menschen sind so jung, so verzagend. Ein Versuch der Ursachenfindung für den Ton der jungen, modernen Schriftstellergeneration (hier sei nur kurz http://www.vorleser.net/html/tippgemeinschaft.html empfohlen) und meiner Vorblogger.

Wie viel Autobiographie, wie viele Personen verbuchstabt ein Schriftsteller? Da diese Frage nicht der Haupgegenstand dieses Textes sein soll fasse ich mich kurz: Viel. Zweifler verweise ich auf zwei recht bedeutende Schriftsteller (zufällig Nobelpreisträger), nämlich Günter Grass und Herta Müller. Biographie und Literatur zu vergleichen kann bei ernsthaften Bedenken Augen öffnen.
Und wie soll es uns nun auf dieser Grundlage gelingen eine Geschichte vom Glücks zu schreiben?
Die Welt: im Atem gehalten von Haiti, immer wieder China und immerimmerimmer Klima.
Das Umfeld: Wirbelnde Studenten, die nicht wissen in welches Studienfach, die sich zurücksehnen in alte Zustände („Mach deine solide Ausbildung und gut ist“ ), Gebrochene Professoren der Philosophie, die dich auf der Straße ansprechen: „Wie vertreibe ich die Langeweile?“, Hörsäle, in dessen Inventar man uralte Kritze- und Ritzeleien lesen kann, zur Mahnung an die Sterblichkeit geworden durch das sich der Erde entgegen beugende Alter der Urheber („Holz besteht, der Mensch vergeht!“ Warumwarumwarum?); und verstohlen schleichende Flurgestalten, die das obligatorisch höflichkeitsgebietende „Hallo“ so leise herauspressen, als stünde es unter Strafe. Aber das traurigste daran: Die Wiederholung. Das gesamte genannte ist nur die unzähligste Drehung des Kreises der sich „Das erste Semester in einer neuen Stadt“, "Beginn des eigenen Lebens" o.ä. nennt. All die Eindrücke als Wiederholung um 0:30 auf RTL. Wie soll da Glück entstehen?
Die nächste -mögliche- Quelle für Glücksgeschichten ist das eigene Leben: Aber, wem gefällt schon das eigene Leben?  Alle in Gesprächen ausgelassenen Themen, jede Reihung langweiliger Stunden, jeglicher Gedankensumpf ist uns ja bekannt. Die anderen kennen das nicht.Meinen wir. Sie führen Filmleben. Und manche präsentieren sogar noch besser. Schon mal Bewerbungen gelesen?
Ausweichen auf das Märchen oder Science Fiction? Die Filme Avatar und Alice im Wunderland machen es vor. Aber als Autor surfen auf der Bugwelle von Filmen? Ich dachte, wir wären die Kreativen.
Ausserdem: Wer schreibt heute noch in reiner Fantasie. Wir sind doch harte Analysten der Realität, Spiegel der Gesellschaft; Wir malen doch mit schwarzen Farben.
Weiterweiterweiter, es muss sich noch was finden. Im Etablierten. Im Dorf? Wo Siegfried Lenz das Glück gefunden hat? Als Gegenbeispiel das Heimatdorf: Männer werden von ihren Frauen verlassen, die zu Frauen ziehen oder Multiple-Sklerose bekommen, dann Männer hassen, die Kinder lehren zu hassen, wen auch immer, gewisse Männer oder gleich das ganze Patriarchat. Eine ehemalige Nachbarin ist nicht mehr Nachbarin, sondern Borderlinerin, Vater tot, Mutter teilseitig gelähmt. Das ist die Geschichte heute. Ältere erzählen immer noch von traumhaften Geburtstagen am Strand.
Natur: Auch sie zeigt uns kein schönes Gesicht: Es ist winterkalt feindlich, im Sommer heißstickigstinkend, es ist Stadt, es ist Hektik, wo soll man den Romantiker in sich denn herbemühen.
Nun ja, die Schwierigkeiten sind gezählt, aber was ist die Konsequenz?
Sagen wir, wir wollen die Geschichte von Adam erzählen. Adam („Mensch“ ) ist dabei so gut wie die so gern verwendeten Begriffe „Ich“ oder „Er“, da er ebenso die Anonymität wart.
Die Geschichte von Adam.

Adam läuft sinnentleert (Natürlich Nachts ) und hat Krebs, Depressionen, ist allein, und anscheinend manchmal auch schwul (Obwohl da das Haltbarkeitsdatum für diesen Konflikt eigentlich abgelaufen ist. Oder?).

„wir malen doch mit schwarzen Farben“

Wie sieht es aber bei einer Geschichte aus, die positiv sein soll? Schlicht: Das Leben schreibt dir das Schlechte rein. Entreisst dir FederFingerStift und kreiert allein. Reflektiert das bodenlose Grau.

Zur Veranschaulichung:

Willkommen im Kopf des Autors!:
Schreibe ich mal eine positive Geschichte;

Versuch 1:
Die Geschichte von Adam: „Jetzt sei doch mal still“ lacht Adam seiner schreienden Schwester ins Gesicht, die partout nicht will das er sich Bildung anliest. Aber er mag sie, sie als Symbol für Lebendigkeit. Sie hat Rheuma, Vater wurde entlassen, Mutter Stressbelastet. Nein, dass war nicht ganz die Absicht. Blitzlichternd verwirrt die Umgebung ihn, die Musik dröhnt, ein Mädchen presst sich an einen, der sich nicht deswegen im Himmel, sondern trotzdem im Delirium befindet. Es sollte doch ein Trip ins grüne Werden?!

Na ja alles noch mal auf Anfang. Lassen wir mal das positive.

Versuch 2:
Es ist dunkel um ihn, in ihm, was ist das für ein Geschmack. Sie hat Rheuma, Vater wurde entlassen, Mutter Stressbelastet blitzlichtert es durch seinen Kopf....

Mit diesem Einblick erreichen wir das Ende unserer Tour durch PsycheWunschWelt des modernen, jungen Autors, ich hoffe auf ihre Empfehlung, denn wenn ein Pfau, sei er auch so traumhaft blau, im dicksten Dickicht sein Rad aufschlägt, sieht man ihn dann?

A. Henkies



30.1.10 23:05
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Pique (31.1.10 01:16)
Oh ich mag es, wie du schreibst, auch wenn ich nicht widergeben kann, WAS du schreibst. Darf ich dein Stil als "global-aphasisch" beschreiben? Aber ich scherze ja!

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